11.12.2016
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Einführung

Weltweit sind philosophische Praxen in den letzten 25 Jahren entstanden. Das Bedürfnis nach Unterstützung bei der Bearbeitung von zentralen Lebensproblemen wächst. Dies gilt nicht nur für den privaten Bereich, sondern auch für die Wirtschaft, Kunst und Politik. Für sehr viele Menschen stellt sich die Frage nach einem selbstständigen Umgang mit den großen Fragen des Lebens, nachdem durch die Durchdringung unserer Lebenswelt mit Wissenschaft die alten Antworten der Religionen nicht mehr glaubhaft genug sind, oder einfach nicht mehr ausreichend für unsere veränderte Lebenswelt und unser verändertes Weltbild.

Die Naturwissenschaft als ein sehr spezieller Zweig der philosophischen Betätigung beantwortet gerade die für das Leben so wichtigen Fragen `Was sollen wir tun?´, `Wie soll ich mich entscheiden?´ nicht. Und doch haben viele Philosophen auch im Umkreis der Naturwissenschaft Antworten gegeben, denen aber auch immer ein subjektives Element innewohnt.

Die Beschäftigung mit Philosophie bedeutet immer Befreiung. Befreiung geschieht durch die Erweiterung der Denkmöglichkeiten, die Reflexion auf die eigenen Denkmuster, auf die Herkunft und Struktur des eigenen Denkens. Dazu bedarf es Offenheit und Mut, auch der Bereitschaft sich selbst und sein Leben in Frage zu stellen. Dieser Mut war den Mächtigen, ob in Kirche, Staat oder Wissenschaft, meist unerwünscht, denn Herrschaft braucht Kontrollierbarkeit.

Krisen enthalten immer das Element der drohenden Ausweglosigkeit. Gerade hier setzt die Hilfe durch die Erweiterungen der Denkmöglichkeiten ein. Wir wählen immer die uns als die beste erscheinende Möglichkeit. Wenn die Zahl der Sichtweisen und Denkmöglichkeiten größer wird, wird in der Krise oft erst ein Ausweg sichtbar.

Nicht nur in Krisen, auch Momenten der Entscheidung, oder bei Bemühungen Ordnung in die eigene Lebensgeschichte zu bringen sind Wertsetzungen an zentraler Stelle im Spiel. Diese bewusst zu machen und zu thematisieren ist eine der Hilfestellungen, die der Philosoph bieten kann. Die Konsequenzen von Veränderungen im Gedankenexperiment gemeinsam zu durchdenken, verbessert die Ergebnisse.

Philosophie war immer die Erfindung neuer Denkmuster und Werte. Diese Funktion stellt sie auch heute an den Beginn neuer wissenschaftlichen Denkweisen und Paradigmen, setzt sie an zentrale Stelle bei Veränderungen des Zeitgeistes.

Diese kreative Funktion auch für das individuelle Leben nutzbringend zu machen, ist eine der Aufgaben der philosophischen Praxis. Die tradierte Philosophiegeschichte enthält noch mehr als die Wissenschaftsgeschichte viele Erfindungen des Geistes, die es wert sind, wenn ihre Zeit gekommen ist, die Vielfalt unserer Kultur zu bereichern.

 
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